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Aktuelle Mitteilungen

Pressemitteilung Nr. 5/2026

Die Narren sind los: Die Ausstellung „Narrenfreiheit!? Eine kleine Geschichte des Regelbruchs“ in der Badischen Landesbibliothek ist noch bis Aschermittwoch zu sehen

Mit dem Dreikönigstag am 6. Januar beginnt wieder das närrische Treiben, das über Weihnachten geruht hat. Bis Aschermittwoch sind die Narren los – auch in der Badischen Landesbibliothek, wo die Ausstellung „Narrenfreiheit!? Eine kleine Geschichte des Regelbruchs“ zu sehen ist.

Gerade zur Fastnacht ist der Begriff der Narrenfreiheit allgegenwärtig: Ob das Treiben bei den Umzügen und Narrensprüngen oder die Büttenreden – immer wieder stoßen die Narren auf
Ablehnung und Unverständnis. Dabei können sie auf eine Tradition blicken, die sich bis ins
Mittelalter zurückverfolgen lässt: Die Fastnacht zählt zu unseren ältesten Bräuchen. Woher die Narren ihre Freiheit nehmen, ob sie wirklich so unbegrenzt ist, wie man glaubt, und welchen Preis sie dafür zahlen – diesen Fragen geht die Ausstellung auf den Grund, von den Psaltern des ausgehenden Mittelalters bis zu den Karnevalszeitungen der Moderne.

Denn der Narr tritt schon in Psalm 53 als Gottesleugner in Erscheinung – und macht sich damit zum Verbündeten des Teufels. In der Moralsatire, allen voran Sebastian Brants „Narrenschiff“ von 1494, dient er als warnendes Beispiel. In den Totentänzen der Frühen Neuzeit schlüpft der Tod ins Narrenkostüm und bricht alle gesellschaftlichen Regeln, indem er unterschiedslos die
Angehörigen aller Stände in seinen Reigen zieht. Der Hofnarr wiederum hat eine zwiespältige Rolle: Zwar steht er dem Fürsten näher als jeder andere Höfling und darf ihm die Wahrheit
sagen, ist aber weder vor dem Zorn seines Herrn noch vor der Missgunst der übrigen Höflinge geschützt. Und schließlich wurde auch die Freiheit der Fastnachtsnarren stets durch Verordnungen eingeschränkt – viele Kenntnisse der historischen Fastnacht verdanken wir den in den Archiven überlieferten Verboten.

Der Narr ist also eine schillernde und widersprüchliche Gestalt. Die Ausstellung folgt seiner Spur vom sündhaften Gottesleugner der Bibel, der für seine Freiheit sein Seelenheil aufs Spiel setzt, über den gewitzten Schalk bei Hofe bis hin zu den heutigen Fastnachtsnarren, die zuweilen gleichfalls ihre Zunge hüten müssen.

Badische Landesbibliothek
Erbprinzenstraße 15
76133 Karlsruhe

Pressemitteilung Nr. 5/2026
Bild 1

Ausstellungsansicht: Nürnberger Schembartbuch zur Fastnacht
Fotoquelle: Badische Landesbibliothek

– Zugriff nach Anmeldung im Pressebereich –

Die Zeichnung zeigt einen Narr, der mit der Tür ins Haus fällt. Er hält einen Spiegel in der Hand. Im Raum sind bestürzte Damen zu sehen, die gerade dabei waren, ihren Tee einzunehmen.
Bild 2

Jetzt komm' ich!, in: Neuer historischer Narrenkalender für den Burger und Landmann. Karlsruhe: Malsch und Vogel, 1846. 
Badische Landesbibliothek,
Ze 005 00, BEI

– Zugriff nach Anmeldung im Pressebereich –

 

Pressemitteilung Nr. 4/2026

Konzert des BuschKollegiums: Werke für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier

Am Dienstag, dem 27. Januar 2026, um 19 Uhr findet in der Badischen Landesbibliothek ein Konzert des BuschKollegiums Karlsruhe statt. Aufgeführt werden Werke für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier von Olivier Messiaen (1908–1992), Josef Schelb (1894–1977) und Johann Sebastian Bach (1685–1750).

Das „Quartett für das Ende der Zeit“ für Klarinette, Violine, Cello und Klavier von Olivier Messiaen, ein christlich geprägtes Werk mit Bezug auf die Offenbarung des Johannes, entstand 1941 in deutscher Kriegsgefangenschaft und wurde im Kriegsgefangenenlager Görlitz auch uraufgeführt.

Im Jahr 1965 komponierte dann Josef Schelb sein Quartett für genau dieselbe Besetzung. Seine Komposition ist sehr polyphon und teilweise zwölftönig. Das Original der Partitur und des Stimmen-Satzes von der Hand des Komponisten ist Teil seines Nachlasses in der Badischen Landesbibliothek, die sein Werk seit 2009 verwahrt. Josef Schelb, 1894 in Bad Krozingen geboren und 1977 in Freiburg gestorben, unterrichtete von 1924 bis 1958, mit Unterbrechung im Zweiten Weltkrieg, Klavier, Instrumentation und Komposition an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Sein musikalisches Schaffen als Vertreter der „Neuen Musik“ umfasst mehr als 150 Kompositionen mit einer großen Vielfalt in Besetzung und Instrumentation.

Johann Sebastian Bach (1685–1750) wiederum verkörpert wie kein anderer Komponist die Verbindung von Christentum und Polyphonie. Von ihm erklingt im Konzert ein Werk für Klavier solo.

Seit Gründung des BuschKollegiums 2012 besteht ein direkter Bezug zwischen den in den Komponistennachlässen der Badischen Landesbibliothek verwahrten Kompositionen und den Programmen des mittlerweile erfolgreich etablierten Ensembles.

Vortragssaal der Badischen Landesbibliothek
Erbprinzenstraße 15
76133 Karlsruhe

Pressemitteilung Nr. 4/2026
Gruppenfoto des BuschKollegiums mit Instrumenten
Bild

Gruppenfoto BuschKollegium
Fotoquelle: Leo Hristov

– Zugriff nach Anmeldung im Pressebereich –

Pressemitteilung Nr. 3/2026

Die Last der Vergangenheit, die Bilanz der Gegenwart und die Herausforderungen der Zukunft. Die deutsch-polnischen Beziehungen

Am Dienstag, dem 20. Januar 2026, um 19 Uhr lädt die Badische Landesbibliothek in Kooperation mit dem Forum Polnischer Kultur Polonia e. V. und dem Kulturamt der Stadt Karlsruhe zu einem Vortrag über die deutsch-polnischen Beziehungen ein: Krzysztof Ruchniewicz, Professor an der Universität Wrocław, spricht über „Die Last der Vergangenheit, die Bilanz der Gegenwart und die Herausforderungen der Zukunft. Die deutsch-polnischen Beziehungen“.

In den letzten Jahren befanden sich die polnisch-deutschen Beziehungen an einem Scheideweg. Trotz vieler Bemühungen auf beiden Seiten werden sie weiterhin von der Vergangenheit geprägt, insbesondere vom langen Schatten des Zweiten Weltkriegs. Krzysztof Ruchniewicz, Dozent am Historischen Institut der Universität Wrocław und Deutschlandforscher, thematisiert nicht nur die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte, sondern zeigt auch Wege auf, angesichts der enormen und vielfältigen Herausforderungen das notwendige Gleichgewicht auf dem alten Kontinent zu erreichen.

Vortragssaal der Badischen Landesbibliothek
Erbprinzenstraße 15
76133 Karlsruhe

Pressemitteilung Nr. 3/2026
Portraitfoto von Prof. Dr. habil. Krzysztof Ruchniewicz
Bild

Prof. Krzysztof Ruchniewicz
Fotoquelle: Forum Polnischer Kultur Polonia e. V.

– Zugriff nach Anmeldung im Pressebereich –

Pressemitteilung Nr. 2/2026

Impulsworkshop: Wie Veränderung gelingen kann

Am Donnerstag, dem 15. Januar 2026, findet von 17 Uhr bis 18.30 Uhr in der Badischen Landesbibliothek der Impulsworkshop „Wie Veränderung gelingen kann“ aus der Reihe „Zukunftsperspektiven” statt. Im Seminarraum der Lernwerkstatt zeigt Dr. Michael Stolle, Geschäftsführer des House of Competence (HoC), wie wir mithilfe des „Change-Managements“ Veränderungen anpacken, Gewohnheiten verändern und Neues bewältigen können. Ziel ist es, Veränderung nicht nur zu verstehen, sondern aktiv und bewusst zu gestalten.

Die Lernwerkstatt der Badischen Landesbibliothek bietet nicht nur eine Vielzahl von Fortbildungen und Workshops, sondern auch eine moderne Lernumgebung. Sie ist ein offener Ort für alle, die Neues lernen und ausprobieren möchten. Weitere Informationen zur Lernwerkstatt sind online zu finden unter www.blb-karlsruhe.de/lernwerkstatt.

Badische Landesbibliothek
Seminarraum in der Lernwerkstatt
Erbprinzenstraße 15
76133 Karlsruhe

Pressemitteilung Nr. 2/2026
Gesprächssituation zwischen zwei jungen Menschen in der Lernwerkstatt
Bild 1

Gesprächssituation in der Lernwerkstatt
Foto: Badische Landesbibliothek

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Gruppenarbeitstisch mit jungen Menschen in der Lernwerkstatt
Bild 2

Gruppenarbeit in der Lernwerkstatt
Foto: Badische Landesbibliothek

– Zugriff nach Anmeldung im Pressebereich –

Pressemitteilung Nr. 1/2026

Ausflug in die Welt der Narren – Kuratorenführung

Am Montag, dem 12. Januar 2026, um 17.30 Uhr lädt die Badische Landesbibliothek zu einem Ausflug in die Welt der Narren ein. Die Kuratorin Katrin Hesse führt durch die Ausstellung „Narrenfreiheit!? Eine kleine Geschichte des Regelbruchs“.

Vom Mittelalter bis heute ist der Narr Teil unserer Kulturgeschichte. Zugleich ist er eine außerordentlich facettenreiche Gestalt: Er erscheint als Sünder in Bibel und Moralsatire, als Hofnarr und Künder der Narrenwahrheit oder als ausgelassener Fastnachtsnarr. Was aber ist das Bindeglied dieser Aspekte, woher kommt der irrlichternde Charakter des Narren – und warum genießt er besondere Freiheiten?

Ausstellungsraum der Badischen Landesbibliothek
Erbprinzenstraße 15
76133 Karlsruhe

Pressemitteilung Nr. 1/2026

Bildmaterial

Ausstellung: Narrenfreiheit!? Eine kleine Geschichte des Regelbruchs

– Zugriff nach Anmeldung im Pressebereich –

Titelgrafik: „Narrenfreiheit!? Eine kleine Geschichte des Regelbruchs“
Bild 1

Titelgrafik der Ausstellung (bearbeitet): Geöffnetes Narren-Turney. Fasching 1843. Karlsruhe: Gutsch & Rupp, 1843. 
Badische Landesbibliothek,
O42 B62, 4.79

Ausstellungsraum: „Narrenfreiheit!? Eine kleine Geschichte des Regelbruchs“
Bild 11

Ausstellungsraum
Foto: Badische Landesbibliothek

Ausstellungsraum (Vitrine): „Narrenfreiheit!? Eine kleine Geschichte des Regelbruchs“
Bild 13

Ausstellungsraum
Foto: Badische Landesbibliothek

Die Zeichnung zeigt einen Narr, der mit der Tür ins Haus fällt. Er hält einen Spiegel in der Hand. Im Raum sind bestürzte Damen zu sehen, die gerade dabei waren, ihren Tee einzunehmen.
Bild 2

Jetzt komm' ich!, in: Neuer historischer Narrenkalender für den Burger und Landmann. Karlsruhe: Malsch und Vogel, 1846. 
Badische Landesbibliothek,
Ze 005 00, BEI

Bild 3

Das Gesellenschiff, in: Sebastian Brant, Stultifera navis. Paris: [Johann Philippi de Cruzenach], 1498. 
Badische Landesbibliothek,
59 A 3334 INK

Bild 4

Hochmut, in: Sebastian Brant, Stultifera navis. Paris: [Johann Philippi, de Cruzenach], 1498. 
Badische Landesbibliothek,
59 A 3334 INK

Bild 5

Narr und Teufel, in: Psalterium cum officio B.M.V. Durlach, 15. Jh. 
Badische Landesbibliothek,
Cod. Karlsruhe 92

Bild 6

Der Freßnarr, in: Abraham a Sancta Clara, Centifolium Stultorum,  oder: Hundert ausbündige Narren. Wien: Johann Carl Megerle, 1709.
Badische Landesbibliothek,
O60 A 570 RH

Bild 7

Narr und Tod, in: Totentanz der Stadt Basel. Basel: Sattler, um 1860. Nr. 31
Badische Landesbibliothek,
64 B 106

Bild 8

Der gelehrte Narr, in: David Fassmann, Der gelehrte Narr, Freiburg: [Fassmann], 1729.
Badische Landesbibliothek,
70 A 702

Bild 9

Ausstellungsraum
Foto: Badische Landesbibliothek

Bild 10

Ausstellungsraum
Foto: Badische Landesbibliothek

Bild 12

Ausstellungsraum
Foto: Badische Landesbibliothek

Ein Narr will Feuer an zwei Pulverfässer legen, in: Maximilian I.: Theuerdank. Nürnberg: Schönsperger, 1517.
Badische Landesbibliothek,
42 C 36 RH

Bild 14

Ausstellungsraum
Foto: Badische Landesbibliothek

Bild 15

Ausstellungsraum
Foto: Badische Landesbibliothek

Narr und Teufel, in: Psalterium cum officio B.M.V. Durlach, 15. Jh. 
Badische Landesbibliothek,
Cod. Karlsruhe 92

Bild 16

Ausstellungsraum
Foto: Badische Landesbibliothek

Narrenschiff: Die Schembart-Hölle von 1539, in: Carl Drescher (Hrsg.): Das Nürnbergische Schönbartbuch. Weimar: Gesellschaft der Bibliophilen, 1908. (Faksimile der Handschrift Hamburg SUB, cod. 55b). Badische Landesbibliothek,
66 B 113

Pressemitteilung Nr. 29/2025

Ausstellungseröffnung: Narrenfreiheit!? Eine kleine Geschichte des Regelbruchs

Mit der neuen Ausstellung „Narrenfreiheit!? Eine kleine Geschichte des Regelbruchs“, die am  4. November 2025 um 19 Uhr eröffnet wird, begibt sich die Badische Landesbibliothek auf Spurensuche in die Welt der Narren.

Der Begriff Narrenfreiheit ist bis heute allgemein gebräuchlich, und insbesondere an Fastnacht sind vielerorts die Narren los. Was aber verbirgt sich hinter der Maske des Narren, welche Rolle spielt er in unserer Kulturgeschichte? Die Ausstellung verfolgt die Narrenidee von den Psaltern des ausgehenden Mittelalters bis zu den Karnevalszeitungen der Moderne.

Der Narr ist eine schillernde Gestalt und seit dem Mittelalter nicht aus der Kulturgeschichte wegzudenken. Ob als Kunstfigur in Literatur und Theater, als Symbolgestalt der Fastnacht oder als Hofnarr an den Fürstenhöfen: Er ist ein Grenzgänger, der sich an den Rändern des Erlaubten bewegt und die gesellschaftlichen Regeln bricht. Seine Spur lässt sich verfolgen vom sündhaften Gottesleugner der Bibel, der für seine Freiheit sein Seelenheil aufs Spiel setzt, bis zum gewitzten Schalk bei Hofe, der aussprechen durfte, was andere den Kopf gekostet hätte.

Wie aber findet der Narr den Weg in die Fastnacht? Warum ist er im 16. Jahrhundert auf einmal allgegenwärtig? Weshalb genießt er Freiheiten, die anderen verwehrt sind? Die Ausstellung schöpft aus den reichen Beständen der Badischen Landesbibliothek, um diese und andere Fragen zu beantworten. 

Badischen Landesbibliothek
Erbprinzenstraße 15
76133 Karlsruhe

Laufzeit
4. November 2025 bis 21. Februar 2026

Pressetermin
Freitag, 31. Oktober 2025, 11 Uhr
Ausstellungsraum der Badischen Landesbibliothek

Eröffnung
Dienstag, 4. November 2025, 19 Uhr
Es spricht:
Dr. Julia Freifrau Hiller von Gaertringen, Ltd. Bibliotheksdirektorin der Badischen Landesbibliothek
Dr. Katrin Hesse, Kuratorin der Ausstellung
Es musiziert: Ariel Friedmann, Keltische Harfe

Online-Katalog der Ausstellung
https://www.blb-karlsruhe.de/narrenfreiheit

Abbildungsmaterial
steht hier im Pressebereich als Download zur Verfügung. Hierfür ist eine einmalige Registrierung erforderlich (siehe oben).

Begleitprogramm

Kuratorenführungen
Ausflug in die Welt der Narren
Seit dem Mittelalter bis heute ist der Narr aus unserer Kulturgeschichte nicht wegzudenken. Zugleich ist er eine außerordentlich schillernde Gestalt. Woher aber kommt der irrlichternde Charakter des Narren – und warum genießt er besondere Freiheiten? Die Kuratorin Dr. Katrin Hesse nimmt Sie mit auf eine kleine Reise durch die Welt der Narren und beantwortet Fragen, die Sie sich vermutlich nie gestellt haben.

Di, 18.11.2025 – Do, 4.12.2025 – Mo, 12.1.2026 – Do, 12.2. 2026, jeweils um 17.30 Uhr
Treffpunkt: Ausstellungsraum der Badischen Landesbibliothek

KulturKontakt
„Narrenfreiheit" im Gespräch
Kultur ist schön – und regt idealerweise zum Nachdenken an. Der KulturKontakt bietet Interessierten die Möglichkeit, auf Basis der Ausstellung miteinander ins Gespräch zu kommen. Gemeinsam werfen wir einen kurzen Blick auf die Ausstellung und entscheiden, über welchen Aspekt wir uns unterhalten möchten. Im Café setzen wir uns dann zusammen und verfolgen das Thema. Wohin das führt? Lassen wir uns überraschen.

Do, 13.11.2025, 17.30–18.30 Uhr
Treffpunkt: Ausstellungsraum der Badischen Landesbibliothek 

Pressemitteilung Nr. 29/2025