Sabine Schäfer: SCALED, 2019

Interaktive Installation mit Audio QR-Code
Größe: 225 x 300 x 50 cm
Material: Metall, bedrucktes Glas, Lichtboards
Audio: 2-Kanal Audio QR-Code 
 
Die interaktive Installation SCALED ist inspiriert durch die Retrospektivausstellung der Badischen Landesbibliothek (BLB) Karlsruhe Leuchtender KLANG – Klingendes LICHT. Sie ist Kunstwerk und wirkt gleichzeitig als raumbezogenes, architektonisches Element. Das 300 cm breite und 225 cm hohe Leuchtobjekt separiert den individuell mit PosterWänden gestalteten Bereich der „Medienkunst“ von den zahlreichen Exponaten, die in Tisch- und Wandvitrinen ausgestellt sind.
Homepage der Künstlerin: www.sabineschaefer.de 


Ansicht der Vorderseite

Das Künstlerpaar Sabine Schäfer / Joachim Krebs entwickelte zwischen 1998 und 2013 Werke, die Klang- und Bildmaterialien aus dem Mikro- und Makrokosmos der Natur zugrunde legen. Sabine Schäfer greift diese Verfahren auf. Auf der Vorderseite des Leuchtobjekts SCALED werden wissenschaftliche Bilder aus der Natur, wie z.B. Rasterelektronenmikroskop-Aufnahmen von Kleinstlebewesen inszeniert und mit digitalen Symbolen von QR-Codes in Schmetterlingsform kombiniert. 


Ansicht der Rückseite

Für die Gestaltung der Rückseite des Leuchtobjekts SCALED verwendet die Künstlerin eine Rasterelektronenmikroskop-Aufnahme einer Schmetterlingsmücke als künstlerisches Basismaterial, die der wissenschaftliche Mitarbeiter des Labors für Elektronenmikroskopie des KIT Jacques Hawecker erstellt hat. Die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und wissenschaftlichen Institutionen ist eine langjährige Tradition, die das Künstlerpaar <SA/JO> begann und die sich in den nach 2013 geschaffenen Solowerken von Sabine Schäfer fortsetzt. 


Seitenansicht

Der QR-Code in Form eines Schmetterlings ist bildgebendes Element und dient zugleich als Zugang zur Audio-Komposition. Die künstlerischen Basismaterialien der Komposition sind Tierstimmen, die nach dem von Joachim Krebs entwickelten Verfahren der „EndoMikroSonoSkopie“ verlangsamt und bearbeitet wurden, so dass die für das menschliche Ohr normalerweise nicht hörbaren Klangstrukturen wahrnehmbar werden. Der Musikjournalist Dr. Hanno Ehrler schreibt zur Verwendung von natürlichen Klängen in der musikalischen Komposition des Künstlerduos: „So sind die Naturklänge im Verständnis des Künstlerpaars jenseits musikalischer Traditionen angesiedelt und unterscheiden sich dadurch fundamental von den üblichen ‚musikalischen‘, vom Menschen erzeugten Klängen, seien es instrumentale oder elektronische. Sie entziehen sich musikalischen Traditionen, einer musikgeschichtlichen Eingebundenheit, die jedem anderen Klangmaterial anhaftet.“
Dr. Hanno Ehrler, in: Das Unhörbare hörbar machen…, Kehrer Verlag 2007

© Badische Landesbibliothek 2019.