TopoSonic Spheres

 

REM-Aufnahmen von Kleinstlebewesen
Vorarbeiten zur CD-Veröffentlichung TopoSonic Spheres, eingefärbte REM-Aufnahmen von Jürgen Berger, Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, Tübingen

Diese Übersicht mit REM-Motiven erhielt das Künstlerpaar vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie (Tübingen), um geeignete Motive für das Booklet ihrer CD-Veröffentlichung TopoSonic Spheres auszuwählen. Der Begriff REM bezeichnet das bildgebende Verfahren der Rasterelektronenmikroskopie, das von Wissenschaftlern angewendet wird, um die Mikrostrukturen, in diesem Fall von Kleinstlebewesen, sichtbar zu machen. Die REM-Aufnahmen sind ursprünglich in Graustufen dargestellt. Jürgen Berger (MPI Tübingen) färbte die REM-Aufnahmen ein, um die Physiognomie der Lebewesen zu verdeutlichen.

Badische Landesbibliothek, K 3353

Vorarbeiten für den Werktext TopoSonic Spheres – eine Raumklangkomposition
für die CD-Veröffentlichung TopoSonic Spheres, Manuskript Joachim Krebs

Den Werktext TopoSonic Spheres schrieb Joachim Krebs sechs Jahre nach seinem Grundsatztext Artificial Soundscapes. Das Verfahren der „EndoMikroSonoSkopie“ wird hier verfeinert dargestellt. Im vorliegenden Manuskript versammelt Krebs zahlreiche assoziative Begriffe und Zitate zu einer Art Konsistenzplan.

In seinem Essay TopoSonic auf der Zeitenschwelle schreibt der Kultur- und Medienwissenschaftler Dr. Götz Großklaus 2018 über die kulturwissenschaftliche Bedeutung der „EndoMikroSonoSkopie“, wie folgt:
„Das TopoSonic-Projekt von Sabine Schäfer und Joachim Krebs entwirft ‚Raumklang-Kompositionen‘, die überhaupt erst durch eine komplexe digital-technologische Bearbeitung des Klangmaterials aus den unterschiedlichen Sphären zustande kommen. Die endomikrosonoskopische Methode betreibt die Ent-Ortung, die Ent-Kontextualisierung, die Ent-Thematisierung der Laut-Klang-Elemente, so dass sie in den reinen Zustand transkultureller, transnaturaler Vernetzung eintreten: in den ‚kosmischen‘ Zustand der Verknüpfung alles mit allem. Gleichzeitig gelingt es dem TopoSonic-Projekt somit, die eurozentrische Fixierung auf die Visualität und einen perspektivischen Seh-Raum hinter sich zu lassen: während ‚das Sehen der Natur-Welt‘ immer einen Aspekt des Besitz-Ergreifens und Beherrschens einschloss, wird das ‚Hören der Natur-Welt‘ immer auch ein An-Hören sein. TopoSonic steht an der Zeitenschwelle und kündigt als ästhetisches Projekt jenen sich ereignenden Wandel an, der die Auflösung einer jahrhundertealten hierarchischen Antithese von Natur vs. Kultur herbeiführt. Die alten Narrative haben ihre Deutungsmonopole eingebüßt. Ästhetische Pilot-Projekte öffnen ‚Räume‘ für neue Erzählungen.“
Prof. em. Dr. Götz Großklaus, in: TopoSonic auf der Zeitenschwelle, in: Why Knot? GEDOK Karlsruhe, 2018

Badische Landesbibliothek, K 3353, A 56

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