Jerusalem – Pilgerziel der Christenheit

Ansicht von Jerusalem
In: Hartmann Schedel: Weltchronik
Augsburg, 1497

Die Weltchronik des Nürnberger Arztes und Humanisten Hartmann Schedel (1440-1514) ist eine illustrierte Darstellung der Weltgeschichte und beinhaltet auch eine Ansicht der Stadt Jerusalem. Gezeigt wird hier die ideale kreisförmige Anlage der Stadt mit konzentrischen Mauerringen und dem Tempel Salomons im Zentrum. Der Tempel gibt in den Grundzügen die historische Form des Felsendoms wieder.

Schon durch die Namensform der Stadt hebt Hartmann Schedel die besondere Bedeutung Jerusalems als heilige Stadt und Zentrum der Christenheit hervor: Hierosolima (hieros: gr. heilig). 

Badische Landesbibliothek, 71 B 223 Ink
zum Digitalisat

Karte des Heiligen Landes und der Stadt Jerusalem
In: Bernard von Breydenbach: Peregrinatio in Terram Sanctam
Speyer, 1502

Der Mainzer Domherr Bernhard von Breydenbach (um 1440–1497) unternahm in Begleitung des Malers Erhard Reuwich um 1484 eine Pilgerfahrt nach Jerusalem.

Die Karte des Heiligen Landes wurde im Anschluss auf drei Blättern gedruckt und zu einem langen gefalteten Bildstreifen zusammengeklebt. Sie ist geostet und zeigt Palästina von Tripolis im Norden bis Alexandria in Ägypten. Die architektonischen Details der Bauwerke Jerusalems sind äußerst realitätsgetreu wiedergegeben. Die Karte verbindet die Idee des Himmlischen Jerusalem mit der Ansicht der weltlichen Stadt des 15. Jahrhunderts. 

Landesbibliothek Oldenburg, CIM II 268
zum Digitalisat der Bayerischen Saatsbibliothek

Der Tempel von Jerusalem
In: Jacques Basnage de Beauval: Le Grand Tableau de l'Univers, ou l'Histoire des Evenemens de L'Eglise, depuis la Creation du Monde jusqu'à L'Apocalypse de S. Jean 
Amsterdam, 1714 

Diese Rekonstruktion des Tempels von Jerusalem stammt aus dem erstmals 1704 erschienenen monumentalen Bibelwerk Le Grand Tableau de l’Univers. Ziel des Juristen und Theologen Jacques de Basnage (1653–1723) war es, einem breiten Publikum biblische Ereignisse vor Augen zu führen. In dieser Ansicht ragt der Tempelberg zentral über die Stadtmauer von Jerusalem auf. Winzig klein sind daneben die menschlichen Figuren wiedergegeben, die z.T. durch türkische Kostüme auffallen. Die Brücke vom Tempel zum Palast Salomons wurde in frühneuzeitlichen Staatstheorien häufig als Einheit von Thron und Altar interpretiert.

Landesbibliothek Oldenburg, THEOL II A n 15
zum Digitalisat der Universität Marburg