Seekarten – Orientierung auf dem Wasser

Portolankarte 
S.I., um 1558–88 

Der Begriff „Portolan“ stammt aus dem Italienischen und bezeichnet ein Buch mit nautischen Instruktionen. Ab dem 16. Jahrhundert etablierte sich diese Bezeichnung dann auch für Seekarten. Portolankarten verzeichnen den Verlauf der Küstenlinien mit ihren Häfen sowie Windströmungen. Besonderes Merkmal der Karten sind Liniennetze, die auch als Rumben bezeichnet werden. Dieses Rumbensystem entsteht durch die regelmäßige Teilung eines meist in der Mitte der Darstellungsfläche zentrierten Kreises. Portolankarten waren bis ins 17. Jahrhundert hinein ein wichtiges Instrument der Seefahrt.

Badische Landesbibliothek, S 5 
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Seekarte der Südsee
Pascarte van de Zydt Zee
S.I., 1644

Diese kolorierte Seekarte des Pazifiks zeigt einen Teil von Nord- und Südamerika, Japan sowie das im Jahr 1606 von den Niederländern entdeckte Australien. Dieses bezeichneten sie als Neu-Holland, jedoch erkannten sie das Gebiet nicht als neuen Kontinent. Bereits 1595 war eine erste niederländische Flotte nach Asien aufgebrochen. Die Kartendarstellung wird ergänzt durch zwei aufwändige Kartuschen, mehrere Segelschiffe sowie Kompassrosen und Rumbenlinien im Stil einer Portolankarte.

Badische Landesbibliothek, D 39
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